MP3s auf CDs Brennen

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(Zuletzt aktualisiert am: 25. März 2009)

Falsch bespielte CD-ROMs bocken auf einigen Playern, ohne Sachkenntnis codierte Musikstücke tönen bescheiden. Und schließlich schwankt der Komfort der Player selbst bei der MP3-Wiedergabe von nicht vorhanden bis exzellent. MP3 hat bei Audiophilen nicht den besten Ruf – zu Unrecht. Natürlich verschlechtert jede Datenreduktion per Definition den Klang. Richtig eingesetzt, sind die hörbaren Klangverluste von MP3 aber vernachlässigbar.

Vorbereitung

Wenn man eigene CDs als MP3-Datei speichern will, müssen die Audiodaten der CD zunächst ausgelesen (auch extrahieren oder „rippen“ genannt) und im Standard-Audio-Dateiformat der jeweiligen Rechnerplattform gespeichert werden. Auf IBM-PCs sind das sog. Wave-Dateien, auf Macintosh AIF-Dateien. Diese Dateien können dann ins MP3-Format encodiert werden. Viele Programme erledigen auf Wunsch beide Schritte am Stück, rippen und codieren also in einem Aufwasch.

Das Extrahieren der Audio-CD-Daten ist der fehlerträchtigste und potentiell klangschädlichste Teil der Codieraktion. Obwohl CD-Brenn-Software, spezialisierte MP3-Programme und reine Ripper anbieten, Audio-CDs via CD-ROM-Laufwerk zu extrahieren, gibt es nur wenige Programme, die dies wirklich verlässlich erledigen: Eines davon heißt Exact Audio Copy (EAC) und ist für die aktuellen Windows-Varianten kostenlos verfügbar.

Rippen

Vor dem ersten Einsatz legt man eine Audio-CD ins CD-ROM-Laufwerk und in dem Programm unter „EAC – Drive Options“ klickt man auf „Detect Drive Features“. Nach ein paar Minuten, wenn das Programm die Fähigkeiten des CD-ROM-Laufwerks erkannt hat, klickt man auf „Apply“. Man kann zur Sicherheit noch einmal nachschauen, ob unter „Extraction Method“ die Option „Secure“ markiert ist. Nur dann ist der zuverlässige Lesemodus aktiv.

Dann sollte unter „EAC Options“ bei „Extraction – Extraction and Compression Priority“ die Option „Idle“ gewählt werden – sonst lassen sich andere Programme während des Lesevorgangs nur sehr zäh benutzen. Der darunter befindliche Menüpunkt „Error Recovery Quality“ sollte auf „High“ geschaltet sein. Wer einen Internetzugang hat, kann bei eingelegter Audio-CD auch gleich Interpret und Titelnamen bei der Datenbank CDDB abfragen und sich das Abtippen der Titel ersparen. Auch EAC spricht auf Wunsch externe MP3-Encoder an und wandelt so nach dem Auslesen der CD die Audiodaten gleich ins MP3-Format um.

Man kann die von EAC extrahierten Wave-Dateien auch Nachbearbeiten. Mit Programmen wie Audacity, Nero Wave-Editor etc. lassen sich ellenlange Ausblendphasen, dumpfe Höhen und schlappe Dynamik korrigieren. Grundfunktionen für die Klang-Kur bringt EAC sogar selbst mit. Erst die so bearbeitete Audiodatei wird dann ins MP3-Format codiert. Als Format wählt man beim VBR steht für variable Bitrate. Dabei entscheidet der Encoder, wie viel Bits das zu codierende Musikmaterial aktuell benötigt, leise Stellen brauchen weniger als laute, flirrende Schlagzeuge verlangen eine feinere Auflösung als ein träger Bass.

Brennen

Da es sich bei CDs mit MP3-Musik um Daten-CDs (CD-ROMs), nicht um Audio-CDs handelt, muss im Brennprogramm „Daten-CD“ ausgewählt werden. Brennprogramme für Windows-PCs offerieren meist als mögliche Diskformate die Optionen „Joliet“ und ISO 9660. Das ISO-9660-Discformat ist universell, es wird von allen MP3-CD-Playern erkannt. Sofern die Player überhaupt pro Titel mehr als acht Zeichen darstellen können, tun sie es mit ISO-9660-CD-ROMs auch. Auch, wer die MP3-CDs an Rechnern via Soundkarte abspielen will, hat mit dem ISO-9660-Format die wenigsten Probleme: Alle modernen Betriebssysteme können diese CD-ROMs lesen. An einigen Brennprogrammen muss man für das ISO-Format explizit lange Dateinamen aktivieren – und sollte es auch tun. Die Songtitel dürfen maximal 31 Zeichen lang sein.

CD-Rohlinge können in mehreren Durchgängen (Sessions) beschrieben werden. Wenn der Bestand an MP3-Titeln reicht, um eine CD-ROM vollständig zu füllen, sollte man jedoch die CD komplett („Disc at once“) brennen; dann legt die Brennsoftware nur eine einzige Session auf der Disc an und finalisiert die CD auch automatisch. Player brauchen deutlich länger, um Multisession CD-ROMs einzulesen. Außerdem verschwenden Multisession CD-ROMs einen Teil ihrer Kapazität für die Verwaltung der Sessions.

Wenn es dennoch eine Multisession-MP3-CD sein soll, sollte man darauf achten, im Brennprogramm die vorhergehende Session zu importieren. Vergisst man dies, sind die Daten zwar auf der CD, aber für den Abspieler nicht auffindbar. Einige MP3-CD-Player haben auch Probleme, wenn Discs nicht finalisiert sind, also die CD noch nicht als „nicht beschreibbar“ gesperrt wurde. Alle Brennprogramme bieten die Möglichkeit, dies nachzuholen.

Auch CD-RWs müssen unbedingt per CD-Brennprogramm bespielt werden. Sog. UDF-Programme (etwa „DirectCD“ oder „InCD“), die CD-RWs wie eine Wechselplatte formatieren und erlauben, sie ganz normal per Explorer zu füllen, können von den meisten MP3-Spielern nicht gelesen werden. Die löschbaren CD-RWs sind außerdem nur für den Heimeinsatz sinnvoll, um schnell für für eine Party ein paar Lieblingshits auf eine Disc zu brennen. Ansonsten sollte man auf CD-RWs verzichten. Die Reflektivität der RW-Discs ist von Haus aus geringer, sie nehmen Fingerabdrücke und Kratzer wesentlich eher übel als die einmal bespielbaren CD-ROMs.

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